Ein berührender Einblick in eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Europas – AbiBac-Schülerinnen und -Schüler besuchen Fotoausstellung im Institut français

Am 6. Mai 2025 besuchten die AbiBac-Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Klasse die beeindruckende Fotoausstellung „Déporté, j'avais ton âge : une histoire européenne / Deportiert, ich war in deinem Alter: eine europäische Geschichte“ im Münchner Institut français und trafen die französische Fotografin Karine Sicard Bouvatier, die dieses eindringliche und sensible Projekt realisiert hat.

2025 jähren sich das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager zum 80. Mal. In absehbarer Zeit werden auch die letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der Deportation verstummen. Die heutige Generation Jugendlicher ist die letzte, die mit den noch verbliebenen Überlebenden des Holocaust in Kontakt kommen kann. Daher ist die Dringlichkeit, ihre Zeugnisse festzuhalten und an die nachfolgenden Generationen zu überliefern, größer denn je. „Es muss an diese Tragödie des 20. Jahrhunderts erinnert werden, um vor dem Rassismus, dem Antisemitismus und der Gewalt zu warnen, welche in den heutigen europäischen Gesellschaften wieder aufflammen.“ So regt die Begegnung zweier Generationen, die in der Ausstellung gezeigt wird, die kritische Auseinandersetzung mit historischer Verantwortung und dem Wert von Freiheit und Menschlichkeit in unserer heutigen Gesellschaft an.

Im Zentrum der Fotoausstellung steht das Schicksal junger Deportierter aus 14 europäischen Ländern während der nationalsozialistischen Diktatur. Sie zeigt großformatige Fotos der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocausts mit jungen Europäerinnen und Europäern, die genauso alt sind, wie die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, als sie aus ihrer Heimat, ihrem Alltag, ihrer Familie gerissen wurden. Ergänzt werden die Fotos durch Originalzitate und Berichte der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die deren Schicksal und Leid, das sie als Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erfahren mussten, transportieren.

Für die AbiBac-Klassen war der Besuch der Fotoausstellung nicht nur eine inhaltliche Ergänzung zum bilingualen Geschichtsunterricht, sondern auch eine emotionale Begegnung mit einem Kapitel europäischer Vergangenheit, das oft schwer fassbar bleibt. In einer anschließenden Gesprächsrunde mit Karine Sicard Bouvatier informierte die Fotografin über die Entstehung und Umsetzung des Projekts, von der ersten Idee über die Begegnung mit dem Zeitzeuginnen und Zeitzeugen bis hin zur Realisierung der Ausstellung sowie des begleitenden Buchs. Die Geschichte der Deportation unter der nationalsozialistischen Diktatur müsse ein wichtiger Bestandteil der Erinnerungskultur in einem vereinten Europa sein, so Karine Sicard Bouvatier. Abschließend diskutierte sie mit den Schülerinnen und Schülern und antwortete auf ihre Fragen.

„Ich habe viel dazugelernt – Dinge, die im Geschichtsunterricht in der Schule manchmal zu kurz kommen“, sagte ein Schüler der 11. Klasse.

 

Ein herzlicher Dank an Frau Sicard Bouvatier und Frau Canteloube vom Institut français, die unseren AbiBac-Schülerinnen und Schülern diesen außergewöhnlichen Besuch ermöglicht haben!

 

Juliane Krönert