WHG zu Gast in der Isarphilharmonie: Musik trifft Geschichte

Den musikbegeisterten Schülerinnen und Schülern des WHG wurde am 7.5.25 die Möglichkeit geboten, das 4. Jugendkonzert der Münchner Philharmoniker in der Isarphilharmonie in Begleitung der Musiklehrkräfte zu besuchen, welches am Vorabend der Feierlichkeiten zum 80. Jahrestages des Kriegsendes des 2. Weltkrieges in Kooperation mit dem Israel Philharmonic Orchestra stattfand. Auf dem Programm standen zwei Komponisten jüdischer Abstammung. Zuerst der in Deutschland geborene und als Kind zusammen mit seinen Eltern durch die Nationalsozialisten aus seiner Heimat vertriebene Tzvi Avni, welcher als besonderer Gast – mit seinen 97 Jahren extra aus Tel Aviv angereist - an diesem Konzertabend anwesend war. Er ließ die Zuhörer im Interview mit dem Moderator Malte Arkona und mit seiner Komposition „Prayer“ für Streichorchester an seiner Geschichte teilhaben.
Anschließend wurde das Publikum bei der Symphonie Nr. 6 a-Moll „Tragische“ von Gustav Mahler mit besonderen Instrumenten und einer sehr großen Orchesterbesetzung mit viel Schlagwerk überrascht. So kamen zum Beispiel Kuhglocken und ein riesiger hölzerner Hammer, der auf eine eigens für die Münchner Philharmoniker angefertigte, gewaltige Holzkiste geschlagen wurde, um die Schicksalsschläge in Mahlers Leben darzustellen, zum Einsatz, was auch den Zuschauern durch Mark und Bein ging.
Mahlers Werke waren im Dritten Reich aus allen Konzert- und Rundfunkprogrammen gestrichen worden, da er nach nationalsozialistischer Definition »nichtarischer« Abstammung war.
Eine weitere Besonderheit bei der Aufführung Mahlers 6. Symphonie an diesem Abend war, dass - als Symbol des Friedens, der Freundschaft und der Verbundenheit - nach zwei von vier Symphonie-Sätzen alle Solisten der beiden Orchester ihre Rollen tauschten.
Nach circa 2 Stunden Spielzeit schien der Applaus kein Ende zu nehmen und der Dirigent Lahav Shani musste mehrfach auf die Bühne kommen, um diesem gerecht zu werden. Dieser Auftritt war wohl ein voller Erfolg und auch die Schülerinnen und Schüler schienen Gefallen daran gefunden zu haben. Die Verbindung aus bewegender Musik und persönlicher Geschichte machte diesen Konzertabend auf jeden Fall zu einem eindrucksvollen Erlebnis für alle Anwesenden.

Johanna Naumann (8a), Jaqueline Fröhler (8b), Annika Schuler (8c), LoBa

Besuch 4. Jugendkonzert