Suchtprävention am Werner-Heisenberg-Gymnasium Garching
Im Rahmen der schulischen Gesundheitsförderung stellte die Suchtprävention auch im vergangenen Schuljahr einen wichtigen Schwerpunkt am Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG) in Garching dar. Ziel aller Maßnahmen war es, unsere Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu informieren, sie für Risiken zu sensibilisieren und sie zu einem reflektierten, eigenverantwortlichen Umgang mit Suchtmitteln und Alltagskonsum anzuregen. Dabei zeigte sich erneut: Fundiertes Faktenwissen kombiniert mit erfahrungsorientierten Methoden erzielt die größte Wirkung.
1. Präventionsprojekt „Klarsichtkoffer“ (7. Klassen)
Alle siebten Klassen nahmen am Projekt „Klarsichtkoffer“ des Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) Bayern teil. In abwechslungsreichen Stationen erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen umfassendes Wissen rund um Alkohol sowie rauchbare Substanzen wie Zigaretten, E-Zigaretten (Vapes) und Liquids.
Im Fokus standen neben den Inhaltsstoffen vor allem die körperlichen und psychischen Auswirkungen sowie die Folgen für das soziale Umfeld. Die methodische Vielfalt – von anschaulichen Materialien bis hin zu interaktiven Aufgaben – förderte lebhafte Diskussionen und regte zum kritischen Nachdenken an. Besonders eindrucksvoll waren die Übungen mit sogenannten „Rauschbrillen“, die die Einschränkungen unter Alkoholeinfluss simulieren und für viele Aha-Erlebnisse sorgten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Auseinandersetzung mit aktuellen Werbestrategien, insbesondere durch Influencer, sowie mit vermeintlich harmlosen Trends und verbotenen Substanzen (Snooze etc). Das Projekt wurde von den Schülerinnen und Schülern als informativ, praxisnah und zugleich unterhaltsam wahrgenommen und man hätte noch viel mehr Zeit damit verbringen können.
2. Projekt „Cannabis – quo vadis?“ (10. Klassen)
Für die 10. Klassen wurde das Präventionsprogramm „Cannabis – quo vadis?“ der Villa Schöpflin durchgeführt. Auch hier stand fundiertes Faktenwissen im Zentrum der Arbeit. Die Jugendlichen setzten sich intensiv mit Begrifflichkeiten rund um Cannabis auseinander, lernten verschiedene Konsumformen und deren Inhaltsstoffe kennen und erhielten Einblicke in die Wirkungen auf Gehirn, Körper und soziales Umfeld.
Durch anschauliche Materialien, passende Videosequenzen und interaktive Elemente konnten viele Missverständnisse geklärt und neue Perspektiven eröffnet werden. Besonders eindrücklich waren erneut praktische Übungen mit der „Suchtbrille“, bei denen alltägliche Aufgaben wie das Öffnen eines Fahrradschlosses oder das Treppensteigen unter simuliertem Einfluss durchgeführt wurden. Diese Erfahrungen führten bei vielen zu nachhaltigen Aha-Momenten. Die reflektierte Auseinandersetzung mit Cannabis kann bestimmt helfen, gut persönliche Entscheidungen zu treffen.
3. Projekt „Voll die Party“ (ausgewählte Klassen)
In zwei Klassen wurde das interaktive Präventionsprojekt „Voll die Party“ des Landratsamts durchgeführt. In einem realitätsnahen Rollenspiel erlebten die Schülerinnen und Schüler eine Partysituation, in der Alkoholkonsum – hier durch „Saft-Alkohol“ simuliert – eine zentrale Rolle spielte.
Im Verlauf des Spiels veränderten sich Verhalten und Gruppendynamik über einen längeren Zeitraum hinweg, sodass die Teilnehmenden zunehmend in ihre Rollen eintauchten und die Spielsituation vergaßen. Anschließend durchliefen sie verschiedene Stationen wie Krankenhaus, Polizei, Freundeskreis oder Friedhof, die mögliche Konsequenzen riskanten Konsums verdeutlichten.
Die abschließende Reflexionsrunde bot Raum für persönliche Eindrücke und Diskussionen. Das Projekt ermöglichte einen besonders intensiven Perspektivwechsel.
4. Alltagskompetenz „Energydrinks“ (7. Klassen)
Ergänzend findet im Juli für die 7. Klassen eine Einheit zum Thema Energydrinks statt. Im Sinne der Alltagskompetenz setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit Inhaltsstoffen wie Koffein und Zucker auseinander und erfahren, welche Auswirkungen diese auf den Körper haben können. Gesunde Wach-/Fitmacher als Alternativen werden selbst hergestellt und ein kleines „SmoothieKochbuch“ hilft den Jugendlichen ihr Wissen mit nach Hause zu nehmen. Hier greift das WHG ein sehr alltägliches Thema auf und es soll wieder mit fundiertem Wissen und Erfahrungsberichten geholfen werden, persönliche Entscheidungen zu treffen.
Neben gesundheitlichen Risiken wird insbesondere die Rolle von Werbung und Influencern kritisch beleuchtet. Ziel ist es, die Jugendlichen zu einem bewussteren Konsumverhalten zu befähigen und sie für manipulative Marketingstrategien zu sensibilisieren.
Fazit
Die durchgeführten Projekte zeigen deutlich, dass Suchtprävention dann besonders wirksam ist, wenn sie faktenbasiert, interaktiv und lebensnah gestaltet wird. Die Kombination aus Wissensvermittlung, praktischen Übungen und persönlicher Reflexion wurde von den Schülerinnen und Schülern sehr positiv aufgenommen. Parallel dazu zeigten Kollegen der jeweiligen Klassen auch ausgesuchte Videos in Vertretungsstunden, damit es nicht bei einer einmaligen Aktion bleibt und die Jugendlichen immer wieder zur Reflexion – auch in den Familien zuhause - angeregt werden.