Hochleistungs-Paddel und hochmoderne Flugzeugmodelle – Wissenschaftstag am WHG

Der Wissenschaftstag am Werner-Heisenberg-Gymnasium Garching ist ein Symbol für die Innovationskraft Münchner Gymnasiasten. Er ist das Ergebnis monatelanger Forschung hochbegabter angehender Garchinger Abiturienten.

Garching – Staunend und neugierig macht sich das Publikum für die Präsentation von Maxim Bergues (17) bereit. Der TUM-Kollegiat hat eine KI programmiert, die komplexe Differenzialgleichungen doppelt so schnell simulieren kann wie mathematische Methoden. Solche Differenzialgleichungen haben unglaublich viele Anwendungen in unserem alltäglichen Leben; sie können für die Modellierung sämtlicher Vorgänge auf unserem Planeten genutzt werden.

Genau für solche Projekte wurde das TUM-Kolleg vor Jahren ins Leben gerufen. Mit dem Ziel gegründet, besonders begabte Oberstufenschüler des WHG und des Otto-von-Taube Gymnasiums in Gauting zu fördern, ist es schon seit langem ein großer Erfolg. „Wissenschaft bedeutet, Fragen zu stellen, kritisch zu denken und neue Wege zu gehen“ – so fasst es Schulleiter Armin Eifertinger zusammen. Während der letzten beiden Schuljahre verbringen die TUM-Kollegiaten einen Tag an der Uni und forschen dort gemeinsam mit führenden Wissenschaftlern an ganz individuellen Projekten. Dadurch baue das TUM-Kolleg „Brücken zwischen Theorie und Praxis, Begabung und Verantwortung, Schule und Hochschule“.

Neben den Schülern des WHG konnten unter anderem auch der Garchinger Bürgermeister Dr. Dietmar Gruchmann und die zuständige Ministerialbeauftragte Birgit Korda die Forschungsprojekte bestaunen. So hat Alexandros Jusko (19) ein Hochleistungs-Paddel aus kohlenstoffverstärktem Kunststoff gebaut. „Dadurch könne die Effektivität signifikant gesteigert und das Gewicht reduziert werden“, erklärt der angehende Abiturient. Gerade für das Stand-up-Paddeln sei dies ein gewaltiger Vorteil.

Auch Nils Schulte-Wien (19) hat an diesem Tag etwas Hochinteressantes zu präsentieren. In seiner über 300 Seiten langen Forschungsarbeit untersucht er, wie die Startbedingungen für Start-ups in Deutschland wettbewerbsfähiger gemacht werden können. In Deutschland bestehe eine erhebliche Investitionslücke in diesem Bereich. Durch seine detailliert ausgearbeiteten Vorschläge „könnte Deutschland seine Innovationskraft nachhaltig stärken“.

Solche Talente zu fördern, ist eine der Hauptaufgaben gymnasialer Bildung. Schließlich ist „Wissenschaft eine Investition in die Zukunft“, wie Armin Eifertinger betont.

Yunes Chouchane