Werner-Heisenberg-Gymnasium Garching

Prof.-Angermair-Ring 40, 85748 Garching, Tel.: 089 - 31 888 450

Gemeinsames Wickeln und Löten

Ein physikalisches Miniprojekt der 9. Klassen

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Die Schüler aller naturwissenschaftlich-technologischen neunten Klassen des Werner-Heisenberg-Gymnasiums kommen in den Genuss, einen eigenen Elektromotor selbst zusammen zu bauen. Den Anfang machte von November bis Dezember 2013 unsere 9B. Nachdem man sich im gemeinsamen Klassenunterricht mit den theoretischen Grundlagen vertraut gemacht hatte, erwies sich nun in der Physik-Übung handwerkliches Geschick beim Entwirren der Drähte und beim Wickeln der Spulen als Vorteil. Getrennt nach Jungen und Mädchen wiesen erfahrenere Schüler/innen mit entsprechendem Knowhow die Neulinge in den Umgang mit dem Lötkolben ein, wobei sich immer wieder neue Formen der Zusammenarbeit ergaben.

Das Miniprojekt umfasste insgesamt vier Unterrichtseinheiten angefangen bei den Vorbereitungen über den Zusammenbau bis hin zur Endmontage der Bausätze. Zum Abschluss wurden die Motoren ausgiebig getestet, wobei einige Jugendliche ganz besondere Talente im fein-Tuning und im Auffrisieren ihrer Modelle entwickelten.

Als Physiklehrer freue ich mich ganz besonders über die Begeisterung und das Engagement, aber auch die Präzision und die Liebe zum Detail, mit der meine Klasse sich dieser besonderen Lerneinheit widmete.

Oft genug sind es gerade die haptischen Erfahrungen der Jugendlichen, die einer nur scheinbar effizienten „Kreidephysik“ zum Opfer fallen, in unserem Fall nicht zuletzt den diversen Bauverzögerungen am neuen Schulhaus geschuldet. Die zumindest teilweise Benutzbarkeit der Physikräume seit Allerheiligen zusammen mit einer gehörigen Portion Improvisationsgeschick ermöglichte schließlich unseren Einstieg in die Praxis.

So wickelten und löteten die Neuntklässler zwar unter nicht ganz optimalen Bedingungen aber mit umso größerer Begeisterung, und es gelang dem Großteil der Klasse, mit den eigenen Händen Lorentzkräfte im Magnetfeld zu „er-fassen“ und das Zusammenspiel von Stator, Kommutator und Rotor im wahrsten Sinne des Wortes zu „be-greifen“.

Die Schülerinnen und Schüler der 9B zogen eine durchaus positive Bilanz: Viele fertige Motoren absolvierten erfolgreich den Probelauf, Einzelexemplare erreichten bei nur wenigen Volt Betriebsspannung erstaunlich hohe Drehzahlen. Wir hatten das Elektromotorische Prinzip am realen Modell gemeinsam zum Leben erweckt – und obendrein Spaß daran gehabt.

Nachtrag: Besonders erfreulich war die überwiegend erfolgreiche Bearbeitung der Aufgabenstellungen zum Elektromotor in der darauffolgenden Schulaufgabe.

Michael Kornherr, Physiklehrer am WHG